Mehr internationale Standards für globale Produktkonformität bitte.
→ EIN ERSTER SCHRITT MIT MRAS
→ STEP BY STEP FÜR MEHR SICHERHEIT
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Jede Region beschreibt ihre lokalen Marktzugangsvoraussetzungen für Produkte. So mannigfaltig wie die Kulturen der Welt, so divers können Konformitätsbewertungsverfahren und die verfügbaren technischen Normen gestaltet sein.
Viele Product-Compliance-Manager stehen dann vor der Herausforderung, die spezifischen Anforderungen für ihre Produkte in den jeweiligen Ländern zu recherchieren. Dabei ist es von hoher Bedeutung, kosteneffiziente Lösungen für das Erreichen der lokalen Konformität zu erarbeiten.
In diesem Zusammenhang stellt sich nicht selten die Frage, ob eine Umkonstruktion notwendig ist, um die Zulassung im jeweiligen Exportland zu erhalten. Falls dies der Fall ist, gilt es als nächstes im Unternehmen darzulegen, welche konkreten Maßnahmen ggf. ergriffen werden müssen, um die erforderliche Zulassung zu gewährleisten.
Die aufwändige Analyse der Anforderungen und ihre möglichen Konsequenzen auf die Konstruktion der Produkte lässt den Wunsch nach Möglichkeiten zur Harmonisierung (bzw. Vereinheitlichung) von Konformitätsbewertungsverfahren immer lauter werden, um die Wettbewerbsfähigkeit globaler Produkte zu gewährleisten.
Ein wirkungsvolles Instrument auf dem Weg zur optimierten Zulassungsstrategie ist der Blick auf die sogenannten MRAs.
MRAs sind bilaterale Abkommen über die Anerkennung und Angleichung von national unterschiedlichen Vorgehensweisen. MRAs können die Anerkennung verschiedener Schulabschlüsse beinhalten, aber auch – wie in unserem Fall – die Anerkennung unterschiedlicher Konformitätsbewertungsverfahren beschreiben.
Das Hauptziel dieser MRAs besteht darin, Partnerländern die Möglichkeit zu geben, Produkte gemäß den Bestimmungen und Vorschriften des jeweils anderen Landes in ihrem eigenen Hoheitsgebiet zu überprüfen und, falls notwendig, zu zertifizieren.
Dank eines bestehenden MRAs erkennt beispielsweise Australien viele technische Normen von europäischen Standardisierungsorganisationen (ESO) an, z.B. ETSI.
Liste der Länder, die mit der EU ein Anerkennungsabkommen haben:
Australien
Schweiz
Kanada
USA
Japan
Israel
Neuseeland
Quelle Europäischen Union, Stand 16.12.2024
Nicht-compliant zu sein, kann zu erheblichen Geldstrafen, rechtlichen Konsequenzen und sogar zum Ausschluss aus bestimmten Märkten führen. Durch das ständige Auf-dem-Laufenden-bleiben über alle Anforderungen können Unternehmen sicherstellen, dass sie alle gesetzlichen Vorschriften erfüllen und somit potenzielle finanzielle und rechtliche Risiken minimieren.
Als Unternehmen ist es nicht nur wichtig, die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten, sondern auch ethisch und verantwortungsbewusst zu handeln. Das Wissen und die Einhaltung aller Anforderungen in den Zielmärkten zeigt, dass das Unternehmen seine soziale Verantwortung ernst nimmt und sich für das Wohl der Gemeinschaft, seiner Mitarbeiter und Kunden einsetzt. Nachfolgend eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man zur Produktkonformität auf dem internationalem Parkett kommen kann:

Zielregionen aufstellen
Eine Liste der Länder muss erstellt werden, für die es erforderlich ist, die Voraussetzungen für den Marktzugang zu recherchieren.

Startpunkt festlegen
Häufig ist ein bestehendes Produkt bereits konform mit einer Region, z.B. EU und/oder USA.

Einschätzung der G20-Länder
Es bietet sich an, die Anforderungsanalyse auf weitere G20-Länder auszuweiten und sich anschließend weiteren Ländern und Regionen zu widmen.

Compliance-Strategie entwickeln
Basierend auf diesen Informationen gilt es, eine umfassende Compliance-Strategie zu entwickeln. Dies würde die Identifizierung der erforderlichen Zertifikate, Tests und Dokumentationen sowie die Festlegung von Zeitplänen und Verantwortlichkeiten umfassen.

Interne Schulung
Nur dadurch kann sichergestellt werden, dass das interne Team über die spezifischen Compliance-Anforderungen in den verschiedenen Ländern informiert ist und entsprechend agieren kann.

Überwachung und Anpassung
Die globalen Vorschriften können sich ändern, daher wäre die kontinuierliche Überwachung und Anpassung der Compliance-Strategie entscheidend, um sicherzustellen, dass die Produkte weltweit konform sind.

Dipl.-Ing. (FH) Anette Dunkel-Reinboth
Standards & Product Compliance Consultant
„Vom Vertrieb und Productmanagement wird auf Nachfrage zu den Absatzmärkten gern ‘weltweit’ ausgerufen, ohne sich bewusst zu machen, was das dann konkret bedeutet.
Denn nur wer die rechtlichen und normativen Anforderungen der jeweiligen Märkte kennt und diese frühzeitig in den einzelnen Phasen des Produktentstehungsprozesses anwendet, reduziert mögliche Risiken, die sich beim Bereitstellen nicht-konformer Produkte auf den globalen Märkten ergeben können.“
Häufige Fragen: Benötige ich einen Repräsentanten im jeweiligen Exportland? Gibt es in dem Exportland eigene Zertifizierungszeichen, und wenn ja, wo müssen diese angebracht werden? Wird das CE-Kennzeichen im jeweiligen Exportland anerkannt?
Expertentipp: Ein rechtzeitiger Beginn des Zertifizierungsprozesses ist ratsam, da dieser je nach Land und Produkt mehr Zeit in Anspruch nehmen kann als angenommen. Dies stellt sicher, dass alle erforderlichen Zertifikate und Genehmigungen vorliegen, wenn die ersten Produkte exportiert werden sollen.
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B.A.
Linda Kritzler
Material & Environmental Compliance Consultant
Glossar
Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) beschreibt die Fähigkeit eines technischen Geräts, keine unerwünschten elektrischen oder elektromagnetischen Störungen auf andere Geräte auszustrahlen oder selbst durch andere Geräte gestört zu werden.
ISO steht für “International Organization for Standardization” (internationale Normierungsorganisation). Sie entwickelt internationale Standards für alle Bereiche außerhalb der Elektrotechnik und Elektronik, wofür die Internationale Elektrotechnische Kommission verantwortlich ist, sowie außerhalb der Telekommunikation, für die die Internationale Fernmeldeunion zuständig ist. Diese drei Organisationen, in enger Zusammenarbeit als World Standards Cooperation bekannt, legen gemeinsam Standards fest.
IEC steht für "International Electrotechnical Commission" (Internationale Elektrotechnische Kommission). Die Organisation mit internationalem Geltungsbereich, die Normen für die Elektrotechnik und Elektronik erarbeitet, hat ihren Hauptsitz in Genf. Einige dieser Normen entstehen in Kooperation mit der Internationalen Organisation für Normung (ISO). Die ISO und die IEC bilden gemeinsam mit der ITU die World Standards Cooperation.
Ein Mutual Recognition Agreement (MRA) ist eine Vereinbarung zwischen zwei oder mehreren Ländern oder Regulierungsbehörden, die darauf abzielt, die gegenseitige Anerkennung von Prüfungsverfahren, Zertifizierungen oder Regulierungsstandards zu ermöglichen.